Forschungsinstitut für Unternehmensführung, Logistik und Produktion
TUM School of Management
Technische Universität München

FORSOFT

Kurzbeschreibung des Projektbereiches B „Management der Softwareentwicklung“

Das Management der Softwareentwicklung ist bestrebt, die Erfolgsfaktoren Zeit, Kosten und Qualität bei der Erstellung neuer Softwareprodukte sicherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich das Management im wesentlichen mit vier Problemkreisen beschäftigen: Die Voraussetzung für effiziente Abläufe ist zunächst die problemadäquate Gestaltung des Softwareentwicklungsprozesses. Das Projektmanagement sorgt für die termingerechte Steuerung des Entwicklungsprozesses im Unternehmen sowie für die zielkonforme Allokation vorhandener Ressourcen für ein oder mehrere Softwareentwicklungsprojekte. Eine anforderungsgerechte und rationelle Erstellung von Software wird durch das Qualitätsmanagement für Software geleistet. In Verbindung damit stellt ein marktorientiertes Kostenmanagement im Entwicklungsprozess ein kundengerechtes Produkt sicher. Die Managementfunktion ist somit eine Querschnittsfunktion im Softwareentwicklungsprozess.

Die den Arbeiten zugrundeliegende Forschungsmethodik umfasst die Analyse und Systematisierung bestehender Ansätze in der Literatur, die Übertragung vorhandener Instrumente und Vorgehensweisen aus der Hardwareentwicklung auf die Softwareentwicklung sowie die Durchführung gemeinsamer Workshops mit Industriepartnern und kooperierenden Teilprojekten. Während in den ersten zwei Projektjahren die Analyse und Konzepterstellung im Mittelpunkt standen, wurden im dritten Projektjahr die erarbeiteten Instrumente und Vorgehensweisen anhand von Fallstudien mit den Industriepartnern mittels Wirkungsanalysen überprüft. Die Ergebnisse im Projektbereich B wurden je Teilprojekt in einem Leitfaden zusammengefasst, dessen Publikation den Zugang zu einem breiten Anwenderkreis sicherstellt.

Der Leitfaden zur Prozessgestaltung beinhaltet Handlungsempfehlungen zur effizienten Gestaltung einer lokalen und verteilten Softwareentwicklung. Mit Hilfe eines Prozessauswahltools wird der Aufbau von Erfahrungswissen und die problemadäquate Auswahl von Vorgehensmodellen sichergestellt.

Der Leitfaden zum Projektmanagement beschreibt eine instrumentengestützte Vorgehensweise zur Planung, Abwicklung und zum Controlling von Softwareentwicklungsprojekten. Eine softwarespezifische Projektplanung und Projektüberwachung mit Hilfe eines selbst erstellten Tools zur Unterstützung der Earned-Value-Analyse sorgt für eine zeitnahe Projektverfolgung auch bei großen Softwareentwicklungsprojekten.

Der Leitfaden zum Qualitätsmanagement beinhaltet Vorgehensweisen und Instrumente zur Analyse und Verbesserung von Produkt- und Prozessqualität in der Softwareentwicklung. Auf Basis definierter Qualitätsmerkmale wird durch eine Qualitätsplanung und ein Qualitätscontrolling eine kundenanforderungsgerechte Softwareentwicklung sichergestellt.

Der Leitfaden zum Kostenmanagement unterstützt eine marktorientierte Softwareproduktgestaltung. Eine instrumentengestützte Vorgehensweise zur Kostenplanung, Kostenverfolgung und Kostenabwicklung ermöglicht dabei eine aktive Kostensteuerung und einen Erfahrungsaufbau im Softwareentwicklungsprozess.

Die Nachhaltigkeit der Ergebnisse wird durch die Anfragen und den geplanten Einsatz der erarbeiteten Methoden bei Industriepartnern auch außerhalb von FORSOFT unterstrichen. Die Arbeiten im Bereich Qualitätsmanagement waren der Auslöser für die Aufnahme der Rubrik der Softwarehersteller beim Bayerischen Qualitätspreis, der einmal im Jahr von der bayerischen Staatsregierung vergeben wird.

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